Zwar komme ich mir manchmal schon vor wie ein körnerfressender Öko-Guru, wenn ich mir meine Leinsamen in den Sojajoghurt rühre und danach einen knackigen Apfel so genüsslich verspeise wie andere Menschen ihre Sahnetorte, aber ja, ich glaube es wirklich: Eine gesunde und vegane Ernährung ist der Schlüssel zum Glück!
Ich fühle mich so gut, hab so viel Power, die ich z.B. beim Boxen kanalisieren kann und bin oft wirklich erleichtert, dass ich keine Tierprodukte mehr esse (bzw. nur noch in homöopathischen Dosen). Früher war ich vermutlich süchtig nach Industriezucker, jetzt konsumiere ich zuckerhaltige Produkte nur noch wenig und wie alle anderen Lebensmittel mit Genuss und Bedacht. Weißes Mehl brauche ich auch nicht mehr, dafür entdecke ich täglich mit großer Freude die Welt der natürlichen Aromen, seien es Gewürze oder einfach der reine Geschmack einer frischen Möhre.
Wahrscheinlich wird die Ernährung nicht ewig so im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit stehen wie jetzt, aber ich bin mir sicher, dass ich mit meiner neuen Ernährungsweise und dem ganzen neu erworbenen Wissen einen Grundstein für ein gesünderes Leben gelegt habe, von dem ich bis ins hohe Alter profitieren werde.
Der Veganismus ist nur ein Teil davon, der aber sehr wichtig ist, weil er zum positiven Körpergefühl das psychische Glück ergänzt. Ich fühle mich einfach gut, wenn ich weiß, dass durch meine Lebensweise Tierleid verringert wird (und sei der Effekt noch so gering).
Einen Nachteil, den man vielleicht an der ganzen Geschichte finden könnte, ist der große Aufwand und die ständige Beschäftigung, die meine Ernährungsweise jetzt erfordert. Ich esse halt nicht mehr mal schnell zwischendurch das, was gerade verfügbar ist, sondern schreibe Essenspläne und Einkaufslisten, muss (viel) Zeit zum Kochen einplanen, meine Lebensmittel in fünf verschiedenen Läden kaufen und ich rede ständig über Ernährung. Ich vermute aber, dass das ein vorübergehender Zustand ist und sich das alles mit der Zeit normalisiert. Im Moment ist es halt eine Art Hobby für mich.
Der nächste große Schritt ist für mich, die ei- und milchproduktsfreie Ernährung zu automatisieren und das Kalorienzählen zu überwinden und dabei mein Gewicht zu halten. Ich denke, ich werde den Blog nicht regelmäßig weiterführen, es sei denn, ich merke, dass es mir hilft.
Ich möchte mich bei allen Leserinnen und Lesern bedanken, die meinen veganen Probemonat hier im Blog verfolgt haben. Ich war überrascht über das große Interesse und die hohe Resonanz in den Kommentaren und auch offline. Es hilft ungemein, wenn man positiven Zuspruch und praktische Tipps bekommt!

